Führung

»Auf zu den Barrikaden!« Szenische Führung zu Orten der Märzrevolution in Berlin

Sonntag, 19.3.2017, 11–14 Uhr

In einer Mischung aus Stadtspaziergang und Theater im öffentlichen Raum begeben wir uns an Originalorte und lassen die Ereignisse von 1848 wieder lebendig werden. Dabei trifft das Publikum auch auf historische Personen wie Ernst Zinna, Generalleutnant von Prittwitz, Alexander von Humboldt oder Adolf Menzel.

Von und mit: Marc C. Behrens, Florina Limberg und Sebastian Teutsch (Kirschendieb & Perlensucher Kulturprojekte)

Start: Französische Straße/Ecke Markgrafenstraße (Gendarmenmarkt)

Beitrag: 5 Euro, ermäßigt 3 Euro

Um Anmeldung bis 16.3. wird gebeten: anmeldung@paulsinger.de

Nachtlecture

»Die Verhältnisse zum Tanzen bringen«: Lecture, Performance & Party

Samstag, 18.3.2017, 21–24 Uhr

Berlin war Schauplatz von Protesten und Revolutionen: 1848, 1918, 1968 und 1989. Der Aufbruch zur Emanzipation, zur Demokratisierung von Staat und Gesellschaft hat in Berlin Tradition. Spielt die Kultur dabei eine entscheidende Rolle? Die Historikerin Susanne Kitschun und der Historiker Ralf Hofrogge reflektieren über die Bedeutung von Revolutionen gestern und heute. Das Willi Münzenberg Forum bemerkt, dass die Russischen Revolutionen 1917 eine neue Jugend begeisterte und neue Künste freisetzten. Mit dem Institut für Widerstand im Postfordismus blicken wir durch revolutionäres Bleigießen in die Zukunft. Und dann: Party!

Ort: August Bebel Institut
Müllerstr. 163, 13353 Berlin

Kunst und Protest

»Uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun«

Samstag, 18.3.2017, 20–21 Uhr

Das revolutionäre Lied
Mit Michael Karnetzki, dem singenden Stadtrat

In zahlreichen Liedern wurde die Revolution und die Befreiung besungen. Die Tradition zieht sich vom 19. Jahrhundert bis in unsere Zeit. Am Beispiel einiger Kampflieder der Arbeiterbewegung wird die Bedeutung der Musik für die Revolution deutlich gemacht.

Ort: August Bebel Institut
Müllerstr. 163, 13353 Berlin

Vortrag & Diskussion

»Die Gedanken sind frei« – Medien und Revolutionen 1848 und heute

Samstag, 18.3.2017, 19–20 Uhr

Podiumsdiskussion mit dem Regisseur Marco Wilms und dem Historiker Prof. Dr. Rüdiger Hachtmann

Medien spielen in Revolutionen eine wichtige Rolle. Nur eine Gegenöffentlichkeit kann die Menschen über politische Missstände, Ziele und Pläne der Revolutionäre informieren und mobilisieren. Rüdiger Hachtmann wird die Medienlandschaft von 1848 vorstellen, im Mittelpunkt die Berliner Zeitungshalle. Marco Wilms setzte mit seinem Film »Art War« der jungen Kunstszene in Ägypten während des arabischen Frühlings ein Denkmal.

Ort: August Bebel Institut
Müllerstr. 163, 13353 Berlin

Kunst und Protest

»Und weil der Mensch ein Mensch ist, drum baucht er was zum Essen, bitte sehr…«

Samstag, 18.3.2017, 17 Uhr

Mit Wam Kat

Hunger ist ein wichtiger Grund, warum Menschen sich gegen die Verhältnisse aulehnen. Der Revolutionskoch Wam Kat wird als Mitmachaktion eine Kartoffelsuppe kochen. Welche Bedeutung das Essen bei früheren Revolutionen hatte und wie heute über Ernährung diskutiert wird, soll uns hier beschäftigen.

Ort: August Bebel Institut
Müllerstr. 163, 13353 Berlin

Kunst und Protest

Liebe Revolution!

Aus dem Liebesbrief einer Jungen Iranerin an die Revolution

Liebe Revolution,

ich habe lange über unsere Beziehung nachgedacht und habe beschlossen, dir meine Gedanken mitzuteilen. Wir kennen uns zwar seit langem, aber ich habe nicht das Gefühl, dass wir uns wirklich verstehen. Ich meine, du mit deinem großen Verlangen und ich mit meiner nicht allzu kleinen Skepsis! Ich frage mich, woher diese Skepsis kommt – wir hatten so eine schöne Geschichte zusammen und ich habe nie gedacht, dass es jemals enden würde. Es ist auch nicht zu Ende gegangen, sonst würde ich dir doch nicht diesen Brief schreiben.

Grußwort

Revolutionen gestern und heute

von Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin

Revolutionen sind in Deutschland nicht so im kollektiven Geschichtsverständnis verankert wie zum Beispiel in Frankreich. Während die Französische Revolution von 1789 das Bewusstsein und Selbstverständnis eines ganzen Landes prägt, scheinen Revolutionen in Deutschland wie die von 1848 immer noch ein Thema eher für Geschichtskundige als für die breite Masse zu sein.

Grußwort

Für ein solidarisches Zusammenleben!

von Leonie Baumann, Rektorin Weißensee Kunsthochschule Berlin

Dass Geschichte auch für uns heute wichtig ist, wird selten so begreifbar wie in der diesjährigen Aktionswoche zur Erinnerung an die Revolution 1848. Sicher waren die sozialen und politischen Verhältnisse damals andere und nicht mit heute vergleichbar, aber auch heute gehen wieder viele Menschen für bezahlbare Mieten auf die Straße, verwehren sich gegen volksverhetzendes Gedankengut und setzen sich für humanistische Ziele ein. Wann wird man selber aktiv?

Grußwort

Soviel Erleben und Selbst-Mitmachen ist selten!

von Ingrid Stahmer, ehemalige Bürgermeisterin und Sozialsenatorin von Berlin

167 Jahre ist es nun schon her, dass die Menschen in Berlin und anderswo eine Revolution machen mussten, um für mehr soziale Gerechtigkeit und demokratische Mitbestimmung zu kämpfen. Wir sind seitdem ein Stück vorangekommen: Wahlen, Presse- und Meinungsfreiheit, Rechtsstaat sind bedeutende Errungenschaften. Es sollte nicht vergessen werden, dass dennoch zentrale Fragen von 1848 weiter auf der Tagesordnung sind.