Revolutionen gestern und heute

Grußwort von Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin

Revolutionen sind in Deutschland nicht so im kollektiven Geschichtsverständnis verankert wie zum Beispiel in Frankreich. Während die Französische Revolution von 1789 das Bewusstsein und Selbstverständnis eines ganzen Landes prägt, scheinen Revolutionen in Deutschland wie die von 1848 immer noch ein Thema eher für Geschichtskundige als für die breite Masse zu sein. Das, obwohl die letzte, alles ändernde Revolution in Deutschland gerade einmal gut 25 Jahre her ist.

Nicht weit von meinem Amtssitz – dem Roten Rathaus – entfernt, stand 1848 die große Barrikade am Alexanderplatz und gut 150 Jahre später trug die große Demonstration auf dem gleichen Platz am 4. November 1989 mit dazu bei, die Unfreiheit des DDR-Regimes durch eine friedliche Revolution zu überwinden.

In der Geschichte muss man die Ereignisse miteinander verknüpfen, um zu verstehen. Das Grips Theater, das August-Bebel-Institut und der Paul Singer e. V. bieten dazu ein abwechslungsreiches Programm, das nicht nur an das historische Erbe unseres Landes und zeitgemäß an die Revolution von 1848 erinnert. Vielmehr bezieht das Programm auch die aktuellen revolutionären Bewegungen zum Beispiel 1989, aber auch den Arabischen Frühling oder die Proteste im Taksim Gesi-Park mit ein.

So erfahren wir mehr über Revolutionen, Proteste und den Ursachen, Aktionen, Reaktionen sowie den oftmals alles verändernden Folgen.

Ich wünsche den Veranstaltern gut besuchte Veranstaltungen und allen Besucherinnen und Besuchern interessante neue Einsichten in Revolutionen gestern und heute.

Michael Müller

Regierender Bürgermeister

 

Foto: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin/Marco Urban